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Über uns

Von Edda und Irina

Eine Agentur, zwei Menschen: Edda & Irina. Zwei Länder und zwei Städte - wollt ihr wissen, wie das geht? Bei Wes Anderson würde man jetzt zwei Häuser nebeneinander im Querschnitt sehen. Ein großes Haus mit vielen Leuten und vielen Zimmern. Ein kleines Haus mit wenigen Leuten und wenigen Zimmern. Beide haben Treppen drin.

Edda ist ein früher Vogel, der um 6 Uhr morgens schon etwas von der To-do-Liste streichen kann. Irina ist eine Nachteule und verschickt manchmal Mails zu Zeiten, die Edda in ihrem ganzen Leben noch nicht wach erlebt hat. Würden sie sich einen Job teilen, hätten sie eine Abdeckung von 24/7. Montagmorgen wird die Woche besprochen. Muss es schnell gehen oder einer brennt der Hut, telefonisch. Sonst per Mail, wie das Meiste andere auch.

Texte werden aufgeteilt: eine macht den Anfang, die andere stimmt ein. Wer das jeweils ist, hat viel mit Tagesform zu tun – oder Betreuung, Krankheitsständen und anderen Unwägbarkeiten. Doch vorher kommt das Einlesen, Nachdenken, Besprechen, der Ideenabgleich. Wenn das klar ist, fällt der Startschuss. Edda arbeitet immer im Halbstundentakt, streng nach Timer. Dazwischen eine Yogaübung, besonders, wenn es hakt. Unter ihrem Baumhaus-Arbeitszimmer fährt ein kleiner Junge auf dem Bobby Car vorbei: Einmal, fünfmal, fünfzigmal. Er macht lautstarke Möööp-Geräusche. Mama macht die Planke seitwärts.

Irina ist eine Läuferin, im Leben und im Sport. Bei kniffligen Texten sitzt sie nicht. Nach dem Einlesen geht sie weg und macht was anderes. Am liebsten Aufräumen oder, genau: Herumlaufen. Dann kommt Bewegung rein und sie schreibt Notizzettel, die irgendwo rumliegen, mit Ideen voll. Steht der Text im Kopf, geht sie wieder an den Schreibtisch. Irina denkt dreimal und schreibt dann. Edda schreibt aus dem Bauch und denkt manchmal gar nicht. Ist ein Text da, gehen beide drüber, immer abwechselnd, bis er rund ist. Manche Texte sind fünfmal mit Kürzeln abgespeichert, andere fünfzehnmal. Irinas Morgentexte sind anders als ihre Abendtexte. Eddas Unterwegstexte sind anders als ihre Zuhause-Texte.

Irina und Edda haben tatsächlich mal ein paar glamouröse Wochen im selben Unternehmen gearbeitet und sich ein Büro geteilt. So haben sie sich kennengelernt. Schon da wussten die eine, dass die andere nie isst, keine Mittagspausen macht und dann gerne mittags mies gelaunt ist. Und die andere sich schnell was von Knolli reinschiebt (kleiner Tipp: im Laufen) und sich hinterher darüber beschwert. Sie waren also zuerst Kolleginnen, dann Freundinnen und danach beides. Sowas wie Arbeitsliebe auf den ersten Blick - was sehr viel herzschonender ist, als sonst sein Herz zu verlieren.

Wenn Irinas Schreibtischzeit vorbei ist, arbeitet Edda noch weiter. Ihr Kopf wird immer leerer, weil der Tag schon so weit vom Morgen entfernt ist. Nachrichten und Anrufe am Nachmittag erreichen Irina oft unterwegs. Gibt’s was Dringendes, geht sie nach dem Abendessen wieder an den Schreibtisch. Edda schleust die Horden durch Bad, Esstisch, Schaukelstuhl und setzt sich wieder ran. Aber abends kann sie keine kreativen Leistungen mehr erbringen, nur Feedback geht gerade noch so.

Ob jemand krank, auf dem Klo oder im Urlaub ist – Agenturzeit ist eigentlich immer. Irina kommen Ideen oft beim Autofahren oder beim Aufräumen. Ist Eddas Babysitter ausgefallen und sie muss texten, setzt sie die Kinder in die Badewanne und arbeitet nebenbei. Eine Agentur mit zwei Herzen ist eine mit geteilten Gehältern, aber auch eine mit zwei Gehirnen. Manchmal hat die eine einen Anflug von Panik, aber nie beide gleichzeitig.

Wenn Edda ins Bett geht, beginnt für Irina noch eine produktive Phase. Sie kommt vom Sport oder aus dem Arbeitszimmer. Ihr Kopf ist jetzt richtig wach. Bevor sie später das Licht ausmacht, schreibt sie sich eine Liste für den nächsten Morgen oder Edda eine bis drei Nachrichten. Dazwischen sitzt sie auf der Couch und schaut dem Tag zu, wie er zu Ende geht.

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